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Horvárth, Ödön (Edmund) von: Jugend ohne Gott
Intern: Leseliste: Jugend ohne
Gott
Die Handlung setzt am 34. Geburtstag des Erzählers ein und zeigt ihn
bei seiner Arbeit als Gymnasiallehrer.
Der Lehrer merkt, dass er eine ‘andere Sprache’ spricht als
seine Schüler. Die Klasse versteht seine Ansichten von Fairness und
Gleichberechtigung überhaupt nicht. Durch die Aussage, dass auch ein Neger
ein Mensch ist kommt er in Konflikt mit den Eltern des Schülers N. Der
Direktor ermahnt ihn daraufhin, keine solchen Ausdrücke zu
Verwenden.
Kurze Zeit später erhält er einen Brief von der Klasse, in dem
steht, dass sie ihn nicht länger als Lehrer wollen.
Die Klasse fährt kurze Zeit später in ein Ferienlager, wo sie
eine vormilitärische Ausbildung erhält.
Der Lehrer ist innerlich ganz entsetzt, wenn er die Jungen marschieren oder
mit Waffen umgehen sieht. Aber er Vertritt dazu keine öffentliche Meinung,
da er weiß, dass das Folgen für ihn haben würde.
Am zweiten Tag geht er zum Pfarrer. Durch die Unterhaltung mit ihm beginnt
er seinen Weg vom Schweigen zum Reden. Das ist der Wendepunkt des Buches. Der
Erzähler sieht seine Fehler ein und beginnt mit dem Weg zurück zu
‘Gott’, wenn er auch den Gott, den der Pfarrer meint nicht
mag.
Der Lehrer beobachtet eines Nachts, dass Z von einem fremden Jungen einen
Brief erhält. Am nächsten Morgen wird ihm von einer Rauferei zwischen
N und Z berichtet. Die Rauferei begann weil, Z Nachts immer in sein Tagebuch
schreibt, was N sehr stört. Z bewahrt sein Tagebuch und seine Briefe in
einem verschlossenen Kästchen auf.
Der Lehrer nutzt eine Gelegenheit um dieses Kästchen aufzubrechen und
Zs Tagebuch zu lesen. In dem Tagebuch steht, dass Z ein Liebesverhältnis zu
Eva, die eine jugendliche Räuberbande anführt, hat. Am Ende des
Tagebuchs steht, dass er jeden umbringt, der sein Kästchen
anrührt.
Nachdem die Klasse zurückkommt, kommt es zu einer heftigen
Auseinandersetzung zwischen N und Z, der N verdächtigt sein Kästchen
aufgebrochen zu haben. Der Lehrer fühlt sich schuldig und bedauert seine
Aktion. Er merkt auch, dass der Schüler T ihn beobachtet, als ob er etwas
ahnt.
Zwei Tage später wird N erschlagen gefunden. Z wird
verdächtigt.
Einige Zeit später beginnt ein Prozess über den Mord. Im Laufe
des Prozesses erfährt man etwas über das gespannte Verhältnis
zwischen Z und seiner Mutter.
Die erste Überraschung im Verlauf des Prozesses ist, dass Z den Mord
gesteht und auf eine Verteidigung verzichtet.
In einer Prozesspause wird dem Lehrer klar, dass er an Gott glaubt, obwohl
er ihn nicht mag. Das bewegt ihn immer mehr dazu zu sagen wer das Kästchen
wirklich aufgebrochen hat.
Im weiteren Verlauf des Prozesses beginnt die Vernehmung der Zeugen. Im
Mittelpunkt steht dabei die Mutter des Z. Die wichtigste Aussage von ihr ist,
dass der Kompass, der bei der Leiche gefunden wurde nicht der ihres Sohnes
ist.
Sie will ihren Sohn dazu bringen zuzugeben, dass er gar nicht der
Mörder ist. Es kommt zu einem Streit zwischen Z und seiner Mutter. Man
erfährt dabei, dass sich Z von seiner Mutter vernachlässigt
fühlt.
Anschließend wird der Lehrer in den Zeugenstand gerufen. Er sagt,
dass er das Kästchen geöffnet hat. Diese Aussage belastet Eva und
entlastet Z.
Eva wird danach befragt. Sie entlastet auch Z durch die Schilderung des
Tathergangs, der die Hypothese des Verteidiger unterstützt, dass noch ein
dritter am Tatort gewesen sein muss, der N mit einem Stein erschlagen hat. Sie
bekennt auch öffentlich, Z nie geliebt zu haben was diesen zutiefst
verletzt. Außerdem beschreibt sie das Aussehen des fremden Jungen. Der
Lehrer ist sofort alarmiert, weil T in diese Beschreibung passt. Er ist sich
sicher, dass T der Mörder ist.
Das Urteil war vorerst, dass Z eine kleine Freiheitsstrafe erhält.
Gegen Eva wird ein Prozess wegen meuchlerischen Mordes angesetzt, der in 3
Monaten stattfindet Er ist aber überzeugt, dass Eva nicht schuldig ist. Er
wird versuchen den richtigen Mörder zu finden. Bei einem Gespräch mit
T wird sich der Lehrer immer sicherer, dass er der Mörder ist.
An einem Morgen bekommt der Lehrer Besuch von einem Schüler seiner
Klasse. Er erzählt dem Lehrer, dass er und noch ein paar Jungen einen Klub
gegründet haben. Dieser Klub will dem Lehrer helfen T zu
überführen. Der Schüler B hat T einmal sagen hören, dass er
gerne einmal sehen will, wie einer stirbt und wie ein Kind auf die Welt kommt.
Die Mitglieder des Klubs treffen sich einmal wöchentlich und lesen, was
verboten ist. Sie werden T Tag und Nacht beobachten und dem Lehrer Bericht
erstatten.
Acht Tage später besucht ihn der Pfarrer, den er im Zeltlager
kennengelernt hat und bietet ihm eine Stelle in einer Missionarsschule in Afrika
an. Der Pfarrer fordert ihn auf alles der Mutter von T zu erzählen, was er
dann auch macht.
T empfängt den Lehrer selbst, denn seine Eltern haben keine Zeit
für ihn.
In dem achten Bericht des Klubs steht erstmals etwas ungewöhnliches. T
hat sich mit einer Dame getroffen. Es ist das Freudenmädchen Nelly. Ein
weiterer Ex-Lehrer mit dem Namen Julius Cäsar, den der Lehrer in einer Bar
kennen gelernt hat will ihm helfen T zu fangen. Er ist mit Nelly verbunden und
will T bei frischer Tat ertappen. Doch der Plan schlägt fehl.
In der darauffolgenden Nacht wird der Lehrer von zwei Kriminalkommissaren
geweckt und zu dem Haus des T gebracht. Die Polizisten wollen wissen, was er bei
der Mutter des T wollte, denn er hat sich das Leben genommen. Die Mutter
behauptet, dass der Lehrer schuld daran ist, dass sich T das Leben genommen hat.
Als Beweis hat sie ein abgerissenes Stück Papier, auf T dem Lehrer
vorwirft, ihn in Tod getrieben zu haben. Die Mutter erleidet einen
Nervenzusammenbruch, wobei ihr die zweite Hälfte des Abgerissenen Zettels
runterfällt. Auf diesem Teil des Zettels ist ein Geständnis von
T.
Damit ist der Mord des N aufgeklärt und der Lehrer geht nach
Afrika.
Motive, Metaphern und Symbole
1. Gott
Gott ist das Zentralmotiv in dem Roman. Der Erzähler glaubt immer an
Gott. Auch in Zeit seiner ‘Abwendung von Gott’. Er macht aber einen
Wandel durch. Er ändert seine Vorstellung von Gott und seinen
Gottesbegriff.
Es gibt einen Gott, den man als Mittelstandsgott der Spießbürger
bezeichnen kann. Die Eltern des Lehrers glauben an diesen Gott. (Horváth
attackiert diesen Gott oft in seinen Theaterstücken.) In vielen Stellen
wird dieser Gott formelhaft zitiert. Es ist aber ein Gott, Nicht unter den
Menschen wohnt. Er wird vom Erzähler ignoriert, denn dieser Gott hat sich
für den Erzähler als unfähig erwiesen.
Ein weiterer Gott ist der strafende Gott, den der Pfarrer meint. Der
Erzähler empfindet diesen Gott als ungerecht, nicht gut und
erbärmlich. Aber dennoch wendet er sich ihm zu nach dem Gespräch mit
dem Pfarrer und Tod des N. Doch er will nicht an ihn glauben, er will ihm einen
Strich durch die Rechnung machen. Zu dieser Zeit wendet der Erzähler sich
aber Gott schon wieZu, obgleich er ihn nicht mag.
Der 3. Gott ist der der Wahrheit, den der Erzähler schließlich
findet. Nachdem Der Lehrer die Wahrheit ausgesprochen hat verliert er die Furcht
von Gott und die Angst vor den Reaktionen seiner Umwelt. Dieser Gott ist weniger
mit einer Figur verbunden, sonder mit Evas Augen und den Augen, die ihn an seine
Kindheit erinnern. In der Villa der Familie T spielt sich das gleiche wie im
Gerichtsaal ab. Die Mutter des T spricht die Wahrheit aus. Die Rückkehr des
Erzählers zu Gott erscheint wie die Heimkehr eines Exilierten.
2. Die Plebejer
Der Lehrer spricht oft von den Plebejern (abschätziger Begriff
vergleichbar mit Pöbel) oder von dem Oberplebejer. Damit meint er die
gesellschaftliche Schicht, die durch Reichtum an Macht kommt. Er
überträgt diesen Begriff auf die Nationalsozialisten, die Partei des
Mittelstandes, mit unterstützung von Großkapital.
Durch den Schulleiter wird zum ersten mal der Begriff Plebejer in den Roman
eingebracht (‘Die Zeit, in der wir leben [...] Wir leben in einer
plebejischen Welt’). Die Verbindung zu Hitler wird vom Erzähler
hergestellt, durch die Begriffe ‘Diktatur’ und
‘Oberplebejer’.
Wie die Plebejer mit Widerstand und Hochverrätern verfahren wird am
historischen Beispiel des Manlius Capitolinus (Vorkämpfer der Plebejer, der
von einem Felsen gestürtzt wurde, als er sich des Strebens der
Königsherrschaft verdächtig gemacht hat. Er hat auch das Kapitol vor
einem Angriff gerettet, und war röm. Konsul) dargestellt. Dies betrifft in
metaphorischer Bedeutung den Erzähler, dem vom Bäckermeister N
‘Hochverrat und Sabotage am Vaterland’ vorgeworfen wird.
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