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Spiegelreflexkameras
Monatsbericht Nr.12 Samstag 01.07. - Montag
31.07.1995
Spiegelreflexkameras
Spiegelreflexkameras mit manueller Scharfeinstellung
findet man von ca. 200,- DM an in jeder Preisklasse. Der Belichtungsmesser der
Einsteigermodelle arbeitet nach dem Prinzip der Nachführmessung,
Belichtungszeit und Blende müssen von Hand eingestellt werden. Investiert
man etwas mehr, erhält man SLR - Kameras mit einer Automatik (Blenden -
oder Zeitenautomatik), die zeitraubende Einstellungen an der Kamera abnimmt und
somit für Schnappschüsse bestens geeignet ist. Kameras mit
Programmautomatik und deren Variationen nehmen dem Fotografen das
Thema
Belichtungsmessung gänzlich aus der Hand, die
Konzentration liegt auf Motiv und Scharfeinstellung.
Weitere Ausstattungsmerkmale wie ein vielfältiges
Angebot an Wechselobjektiven, Balgengeräte und Zwischenringe,
auswechselbare Einstellscheiben und Sucher. Daten - und
Programmrückwände, Winder (2 Bilder / sec.) und
Motorantriebe
(bis zu 5 Bilder / sec. und mehr, abhängig von
Belichtungszeit), systemkonforme
Blitzgeräte (SCA - Anschluß) sowie die
Einsatzmöglichkeit verschiedener Belichtungsmeßmethoden runden das
jeweilige Kamerasystem und Modell ab.
Spiegelreflexkameras mit automatischer Scharfeinstellung
nehmen immer mehr den Platz der konventionellen Kameras ein. In der gehobenen
Preisklasse lassen diese Modelle kaum noch Wünsche offen und werden sogar
immer mehr vom Berufsfotografen akzeptiert. Bei der Anschaffung einer Kamera
sollte genau geprüft werden, welche Ausstattungsdetails benötigt
werden und nützlich sind. Die unübersehbare Flut an
Ausstattungsdetails und Zubehörprogrammen erleichtern jedoch nicht immer
die Wahl, hervorragende Aufnahmen anzufertigen ist mit allen Modellen
möglich,
allein der Fotograf und die Kenntnis seiner Kamera ist
entscheidend, eine vielfältige Ausstattung ist lediglich
Arbeitserleichterung.
Belichtungsmeßmethoden
- integral
- selektiv
- Mehrfeldmessung mit
Gewichtungsmöglichkeit
- Mehrfeldmessung mit
Mittelwertbildung
Belichtungssteuerung
- manuelle Nachführmessung
- Zeitautomatik
- Blendenautomatik
- Programmautomatik
- “Kreativprogramme” über Chip oder
Codierungsprogrammierung
- Blitzbelichtungssteuerung
Autofokusmeßmethoden
- integral
- selektiv
- Umschaltmöglichkeit von Schärfepriorität
(Kamera läßt sich nur auslösen,
wenn das Objektiv auf die exakte Entfernung eingestellt
wurde) oder
Auslösepriorität.
Wechselobjektivprogramm und Objektivsonderformen
Automatische Filmeinfädelung und Filmerkennung
(DX-Codierung)
Sucherinformationen und - anzeigen
Zubehör
Sonderformen
- Allwetter - und Unterwasserkameras
- Panoramakameras
Einige Kameras im Kleinbild - und Mittelformatbereich
wurden für einen speziellen Einsatzbereich geschaffen und konzeptioniert.
Sie bringen hierfür ein Optimum an Leistung und
Abbildungsqualität.
Allwetterkameras sind spezielle Kameras, die aufgrund
ihrer Konstruktion unempfindlicher gegenüber äußeren
Einflüssen sind, als vergleichbare
Normalkonstruktionen.
Ihre Gummiabdichtungen verhindern das Eindringen von
Staub, Schmutz und Feuchtigkeit bei Arbeiten in Extremsituationen. Im Gegensatz
zu den Unterwasserkameras können sie jedoch nicht für Aufnahmen unter
Wasser verwendet werden. Hierfür gibt es wiederum Sonderkonstruktionen in
allen Formatbereichen, die auch dem erhöhten Druck unter Wasser stand - und
dichthalten.
Die Nikonos V und deren Vorgänger Calypso wurde
speziell für den Unterwassereinsatz konzipiert. Das Gehäuse und die
Objektive sind so konstruiert, daß sie selbst dem Wasserdruck in einer
Tiefe von 50 m widerstehen und somit einem Druck von ca. 6 kg/cm2
aushalten. Die Objektive wurden doppelwandig konstruiert, um das optische System
gegen starken Druck abzuschirmen. Die verwendeten Dichtungsringe bestehen aus
hochwertigen Gummischläuchen, deren Dichtungseigenschaften sich mit
zunehmendem Wasserdruck verbessern. Sie werden an allen Stellen verwendet,
in
denen auch nur entfernt Wasser eindringen könnte.
Ein sehr heller und gut überschaubarer Sucher, eine gut ablesbare
Datenanzeige und griffige Bedienungselemente machen die Nikonos zur idealen
Tauchpartnerin.
Die wechselbaren Spezialobjektive sind hauptsächlich
für den Unterwasserbereich konstruiert.
Wasser weist gegenüber der Luft ein um den Faktor
1,33 höheren Brechungsindex auf, so daß alle Objekte unter Wasser um
1/3 größer und näher erscheinen als an
Land.
Durch den vorwiegenden Einsatz von Objektiven im
Weitwinkelbereich wird diesem Effekt Rechnung getragen und gleichzeitig die
Schärfentiefe erhöht. Für die Nikonos stehen Objektive von 15 bis
80 mm Brennweite zur Verfügung.
Die Belichtungsmessung erfolgt durch das
Objektiv.
Eine andere Möglichkeit zum Schutz einer Kamera vor
Wasserspritzern oder zur
Vorbereitung auf einen Taucheinsatz besteht in der
Verwendung von Unterwassergehäusen. Diese Gehäuse, die fast jede
gängige Kamera (auch Video und Sucherkamera) aufnehmen, bestehen aus
Plexiglas und werden für verschiedene
Tauchtiefen angeboten. Eine günstige Alternative
stellen die flexiblen Unterwassergehäuse der Firma ewa-marine dar. Mit
ihnen sind Tauchgänge bis zu 10 m Wassertiefe möglich. Das
Gehäuse besteht hier aus einer starken, transparenten und flexiblen
PVC-Folie, die mit einer verschraubbaren Profilschiene als Verschluß
ausgestattet ist. Zur Bedienung der Kamera ist ein Handschuh eingearbeitet, mit
dem man die wichtigsten Kameraeinstellungen vornehmen kann.
Zwei fest eingebaute, optisch neutrale Planglasscheiben
vor Sucher und Objektiv gestatten mit einer konventionellen Kamera hervorragende
Aufnahmen der Unterwasserwelt. Das Gehäuse kann jedoch auch nur zum Schutz
der Kamera bei schlechtem Wetter eingesetzt werden.
Eine weitere Sonderform im Kamerabau ist die
Panoramakamera. Einfache Panoramaaufnahmen können durch Zusammenfügen
einzelner oder mehrerer Aufnahmen mit fast jeder Kamera hergestellt werden. Ein
Stativ mit Panoramakopf ist dabei
unerläßlich. Sollen sich die Aufnahmen nahtlos
aneinanderfügen, sind Einstellscheiben mit einer Gittereinteilung
hilfreich. Die Belichtungsautomatik der Kameras sollte bei Panoramaaufnahmen
abgeschaltet sein, da sonst unter Umständen jede Aufnahme eine andere
Helligkeit und Belichtung aufweist und ein nahtloses Zusammenfügen der
Aufnahmen erschwert. Für solche Zwecke und für die Abbildung
nichtstatischer
Objekte wurden spezielle Panoramakameras konstruiert. Man
unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen vier Grundarten
:
1. Kamera mit extremem
Weitwinkelobjektiv
2. Panoramakamera mit
Schwenkobjektiv
3. Rotationskamera
4. Kamera mit anamorphotischem
Objektiv
Bei Panoramakameras mit Schwenkobjektiv bewegt sich das
Objektiv während der Belichtung um seine vertikale
Achse.
Der verwendete Kleinbildfilm (Mittelformatkameras
existieren ebenfalls) wird dabei halbzylinderförmig im Abstand der
Brennweite um diese Achse geführt. Die Belichtungszeit wird durch die
Geschwindigkeit der Schwenkbewegung bestimmt.
Verzeichnungsfreie Aufnahmen mit einem Bildwinkel bis ca.
1400 sind das Ergebnis. Noch größere Bildwinkel mit bis zu
3600 erzielt man mit Rotationskameras.
Hierbei rotiert die gesamte Kamera um eine zwischen den
Hauptebenen des Objektivs liegende Achse in horizontaler Richtung. Das
Aufnahmematerial wird dabei gleichzeitig in der Gegenrichtung an einem Schlitz
vorbeigezogen. Durch die Schlitzbreite der eingestellten Blende am
Fixfokusobjektiv und der Drehgeschwindigkeit wird die Belichtung bestimmt.
Über ein elektronisches Steuergerät können Bildwinkel und
Drehgeschwindigkeit vorprogrammiert werden.
Dabei ist es sinnvoll für eine komplette 3600
- Aufnahme anzufertigen um später den optimalen Bildausschnitt
festzulegen. Auf einem 36er Film lassen sich 6 Aufnahmen mit 3600 -
Winkel anfertigen.
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