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Geschichte der Eisenbahn in Amerika
Geschichte der Eisenbahn in Amerika
Fach: Erdkunde
Autor(en): Klaas Ole Kürtz (kuertz@t-online.de), Andreas
Hartwig
Schultyp: Gymnasium
Altersstufe: 9. Klasse
Note: 1-2
Als James Watt im Jahre 1769 die Dampfmaschine erfand, legte er damit den
Grundstein für eine Entwicklung, die sich damals noch keiner vorstellen
konnte. Stephenson erfand über 50 Jahre später, im Jahre 1825, die
erste Dampfeisenbahn. 13 Jahre danach hatte man in Amerika schon ein 4640
Kilometer langes Schienennetz aufgebaut.
Die Eisenbahnunternehmen waren seit Anfang an in privater Hand, und so
dauerte es eine ganze Zeit, bis man sich auf bestimmte Standards geeinigt hatte.
Erst dann konnten die Reisenden ohne Umsteigen auf verschiedenen Linien
fahren.
Als in Amerika der Bürgerkrieg ausbrach, spielte die Bahn dort eine
wichtige Rolle, sie waren das einzige und damit wichtigste Transportmittel. So
gab es eine ganze Reihe Versuche, Brücken und Schienenstrecken des Gegners
zu vernichten oder zu beschädigen.
Es entwickelten sich schnell größere Knotenpunkte der
Eisenbahnlinien, wie z.B. New York, Pittsburgh, Philadelphia und Chicago. Hier
saßen auch die Zentralen wichtiger Eisenbahngesellschaften, die ihre
Strecken immer weiter nach Westen ausbauten. Am 1. Juli 1862 wurde dann die
Union Pacific von der Regierung damit beauftragt, nach Westen vorzustoßen
und der Central Pacific entgegen zu kommen.
Die Strecke der Union Pacific verlief durch die weiten Ebenen der
Prärie und überquerten die Rocky Mountains. Zahlreiche der irischen
Arbeiter, die eine Zukunft in Amerika suchten. Sie mußten jedoch von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiten, und das 7 Tage in der Woche. Nicht
nur unterschiedliches Terrain, sondern auch das wechselnde Klima machte den
Arbeitern zu schaffen. Viele starben bei diesen nie enden wollenden
Strapazen.
Von Westen fing die Central Pacific an zu bauen, sie überquerten die
Sierra Nevada und durchkreuzten die Wüste des Staates Nevada. Die Central
Pacific hatte ihre Arbeiter aus China, sie waren als billige Arbeitskräfte
ins Land gelockt worden.
Beide Gesellschaften bauten möglichst schnell, da die Regierung nach
gebauten Meilen bezahlte. So sollen auch die beiden Gleisbautrupps, die sich
begegneten, aneinander vorbeigebaut haben, ohne sich zu beachten. Die Regierung
legte dann den Treffpunkt fest, es wurde Promontory Point in Utha, nördlich
vom heutigen Salt Lake City. Am 10. Mai 1969, fast sieben Jahre nach
Abschluß des Vertrages, wurde mit einem goldenen Schienennagel die Strecke
fertiggestellt. Sofort kamen sich die Züge der beiden Gesellschaften
entgegen. Als sich ihre Kupplungen berührten, war der Jubel grenzenlos. Der
goldene Nagel wurde nach der Zeremonie sofort entfernt und befindet sich heute
im Standford University Museum in Kalifornien.
Damit hatten auch die beschwerlichen Planwagentracks ein Ende. Unter
anderem auch deshalb blieb diese Linie nicht die einzige. Das Reisefieber
führte dazu, daß immer mehr Linien gebaut wurden, teilweise parallel
nebeneinander. Keiner der Betreiber ahnte damals, daß sich diese Linien
einmal gegenseitig in den Ruin treiben würden.
Das Schienennetz verzweigte immer mehr, und immer mehr
Eisenbahngesellschaften kamen hinzu. Einige dieser Firmen spezialisierten sich
zum Beispiel auf den Verkehr mit den Goldminen und Kohlebergwerken oder anderer
Mineralvorkommen. So verkehrte in den Bergen Colorados eine spezielle Bahn
für Uran, die im 2. Weltkrieg wichtig wurde.
Die Konkurrenz wurde immer größer, und damit auch der Kampf um
die Kunden. Das Streckennetz wurde soweit ausgebaut, daß im Jahre 1937
415.000 Kilometer lang war, das war fast ein Drittel aller Eisenbahnkilometer in
der Welt. Auf 100 qkm kamen damals in Amerika 4,4 km Schienen. Und das bei der
Weite des Landes... Auf jeden Einwohner kamen demnach ca. 3,3 m Bahn. In
Deutschland zum Vergleich nicht mehr als 1 m. Innerhalb von 80 Jahren hatte sich
die Länge ver-36-facht. Heute gibt es nur noch ca. 190.000 Meilen
Strecken.
Für die Landbewohner war die Eisenbahn die Verbindung zur
nächsten größeren Stadt, so transportierten nicht nur die Bauern
ihre Produkte mit der Bahn und kamen dann mit anderen Waren und
Industriegütern zurück, sondern die Bahn wurde auch Teil des normalen
Lebens. Man fuhr mit der Bahn zum Einkaufen, zum Arzt oder auch einfach zur
Tanzstunde im nächsten kleinen Städtchen. Die Reisen wurden immer
angenehmer, Georg Pullman erfand den Schlafwagen, der zunächst nach ihm
benannt wurde. Im Krieg erfand er dann einen größeren Wagentyp, der
allerdings nicht in die Bahnhöfe paßte und deshalb nicht oft
eingesetzt werden konnte. Doch als Abraham Lincolns Leichnam in seine
Heimatstadt gebracht wurde und wenig später auch der neue Präsident
Ulysses S. Grant in dem Zug reiste, wurde Pullman zum führenden Hersteller
von Schlafwagen. Diese Wagen, die immer weiter entwickelt wurden, wurden auch
auf der Transkontinentalstrecke diese Wagen eingesetzt. Die Reisenden konnten
nicht nur immer bequemer, sondern auch immer schneller reisen, der
Konkurrenzkampf führte zu immer neuen, schnelleren Zügen.
Walter Scott wollte damals einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf der
Strecke von Los Angeles nach Chicago aufstellen. Für 5500$ charterte er
einen eigenen Santa-Fe-Zug, den er “The Coyote Special” taufte.
Für die Eisenbahngesellschaften war das Unternehmen eine kostenlose
Werbung. Am 9. Juli 1905 verließ der Zug den Bahnhof in Santa Fe. Auf der
Strecke warteten nicht weniger als 19 Lokomotiven, die extra bereitgestellt
worden waren. Mit bis zu 160 Stundenkilometern fuhr dieser Zug durchs Land. Doch
diese Geschwindigkeit brachte auch Probleme mit sich, da die Strecke nicht nur
aus langen, geraden Teilen bestand. Doch schließlich erreichten sie
Chicago, nachdem sie 3625 Kilometer in nur 44 Stunden und 54 Minuten
zurückgelegt hatten.
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