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Marx, Karl Heinrich (1818-1883)
Karl Heinrich Marx
- 5.5.1818 in Trier geboren
- Sohn des Justitzrates Heinrich M.
- Besuch des Gymnasium in Trier (1835 Abitur)
- Studien in Rechtswissenschaft und Philosophie
- Schloß sich in Berlin dem Kreis der
radikalen Junghegelianer an
- 1842/43 Mitarbeiter, dann Chefredakteur der
liberal-oppositionellen »Rheinischen Zeitung« in Köln
- 1847 tritt er und sein engster Vertrauter, F.
Engels, dem Bund der Kommunisten bei
- 1848/49 Chefredakteur der radikaldemokratischen
“Neuen Rheinischen Zeitung” in Köln
- 1849 emigriert er nach London, wo er historische
und ökonomische Studien betreibt.
- Seine ökonom. Hauptwerke »Zur Kritik
der polit. Ökonomie« u. »Das Kapital« blieben
unvollendet.
- Später war Marx maßgebend an der
Gestaltung der internationalen Arbeiterassoziation beteiligt
- 14.03.1883 in London
gestorben
Karl Heinrich Marx
Geboren am 5. Mai 1818 in Trier als Sohn einer von Rabbinern abstammenden
jüdischen Familie, die 1824 zum Protestantismus übertrat, studierte
Marx 1835 in Bonn und ab 1836 in Berlin Jura, Philosophie und Geschichte und
promovierte 1841 an der Universität Jena. Nach vergeblichen
Bemühungen, in die Hochschullaufbahn übernommen zu werden, war er an
der “ Rheinischen Zeitung” in Köln tätig, mußte aber
bereits im März 1843 wegen seiner kritischen Artikel zur politischen
und sozialen Situation ausscheiden. Die Zeitung wurde verboten. Im Juni 1843
emigrierte er nach Paris. Hier begann seine lebenslange Freundschaft und
Zusammenarbeit mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels. Aus Paris auf Betreiben
der Preußischen Regierung 1845 ausgewiesen, zog Marx nach Brüssel.
Hier verfaßte er zusammen mit Engels im Auftrage des Londoner Bundes der
Kommunisten das im Februar veröffentliche Kommunistische Manifest.
Während der Revolutionsjahre 1848/49 nach Köln zurückgekehrt, gab
er dort die “Neue Rheinische Zeitung” heraus, die dem linken
Flügel der Demokraten nahe stand und in der eine einheitliche deutsche
Republik und den gemeinsamen Kampf der deutschen Staaten gegen das
reaktionäre Rußland forderte. Nach dem Scheitern der Revolution ging
Marx im August 1849 nach London ins Exil. Hier widmete er sich seinen
Hauptanliegen, einer kritischen Darstellung des Kapitalismus und der
kapitalistischen Produktionsweise. Kern seines wissenschaftlichen
Hauptmärkers ist die 1859 veröffentliche “ Kritik der
politischen Ökonomie” (1867 nochmals im ersten Band des
“Kapitals” vorgelegt), in der er die Produktionsverhältnisse
einer Gesellschaft in ihren Wirkungen auf die allgemeinen gesellschaftlichen
Verhältnisse genauer zu analysieren versucht. Mit seinen zahlreichen
Veröffentlichungen wurde Marx zusammen mit Engels der Führer der neuen
Bewegung des Sozialismus. An der am 28. September 1864 in London
gegründeten Internationalen Arbeiterassoziation, der ersten Internationale,
war Marx maßgeblich beteiligt. Mit der nach 1571 sich rasch entwickelten
deutschen Arbeiterbewegung stand Marx über persönliche und briefliche
Kontakte in Verbindung; die Entwicklung der ersten deutschen Arbeiterpartei zur
Sozialdemokratie und ihr Gothaer Programm von 1875 kritisierte er durch seine
“Randglossen” zum Gothaer Programm. Marx gab mit seinen
theoretischen Arbeiten der Sozialismusbewegung eine wissenschaftliche Grundlage,
die in unterschiedlicher Auslegung von den überall entstehenden
sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien ideologisches Fundament
übernommen wurde. Marx starb am 14. März 1883 in London; der
größte Teil seines Hauptwerkes “Das Kapital” wurde von
Friedrich Engels erst nach seinem Tode veröffentlicht.
Marxismus
Marxismus ist die von Karl Heinrich Marx, Friedrich Engels und ihren
Anhängern und Schülern aufgestellten philosophischen, historischen,
politischen und wirtschaftlichen Theorien. Der Marxismus bedient sich Hegels
Idee der Dialektik, jedoch sehen Marx und Engels im Gegensatz zu Hegel die
bewegenden Kräfte der Geschichte nicht im Bewußtsein, sondern im
Sein: Die Wirklichkeit präge das Bewußtsein der Menschen und nicht
umgekehrt.
Vom Verlauf der Menschheitsgeschichte entwirft der Marxismus folgendes
Bild: In der Frühzeit gab es eine klassenlose Urgesellschaft. Die
zunehmende Arbeitsteilung führte zur Trennung von geistiger und
körperl. Tätigkeit. Dadurch entstanden Oberklassen, die von der Arbeit
der Unterklassen lebten und auf diese Weise Muße zur Entwicklung von
Kultur und Wissenschaft erhielten. Die Oberklassen erwerben zudem das Eigentum
an den Produktionsmitteln der Gesellschaft (Sklaven; Grund und Boden; Maschinen
und Fabriken). Dieses Eigentum ist die Grundlage ihrer Herrschaft. Darüber
hinaus eignen sie sich auch den Anteil an der Produktion an, der über dem
Anteil liegt, der zur Befriedigung der Existenzbedürfnisse der
Produzierenden liegt. – In Europa lösten in einer Abfolge von
Klassenkämpfen Sklavenhaltergesellschaft, Feudalgesellschaft und
bürgerl. Gesellschaft einander ab. Die revolutionäre Umwandlung einer
Gesellschaftsform in eine andere vollzieht sich stets dann, wenn der Stand der
Produktivkräfte (also der ganze wiss. und techn. Entwicklungsstand) in
Widerspruch zu den bestehenden Produktionsverhältnissen
(Eigentumsverhältnissen) gerät. In diesem Sinn steht die auf
umfassender Zusammenarbeit (als Folge der Arbeitsteilung) und hochqualifizierter
Tätigkeit beruhende neuzeitl. Produktionsweise, die sich beim heutigen
Stand der Produktivkräfte nahezu von selbst ergibt, im Widerspruch zu den
Produktionsverhältnissen, d.·h. zur gegenwärtigen Trennung der
Arbeitenden vom Eigentum an den Produktionsmitteln, mit denen sie arbeiten. Nur
der internat. revolutionäre Kampf der unterdrückten Arbeiterklasse,
des Proletariats, gegen die Bourgeoisie kann die kapitalist. Klassengesellschaft
beseitigen und so den Weg für eine neue techn., wiss. und kulturell
hochentwickelte klassenlose Gesellschaft freimachen. Der Marxismus ist eng mit
der Bewegung des Sozialismus und dem Kommunismus verbunden, er wurde im
Leninismus (Lenin) und im Maoismus variiert. Viele Annahmen des Marxismus haben
sich als unzutreffend erwiesen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem
Ende der UdSSR 1991 verlor der Marxismus an Bedeutung.
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