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Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)
Johann Wolfgang von Goethe
* 28.08.1749 V 22.März
1832
Am 28. August 1749 wird Johann Wolfgang
Goethe als ältester Sohn eines angesehenen Anwalts in Frankfurt am Main
geboren. Von fünf folgenden Geschwistern überlebt nur seine 1750
geborene Schwester Cornelia die Kindheit. Der Wohlstand seiner Eltern
ermöglichten ihm schon in den Kinderjahren eine gute und vielseitige
Erziehung. Obwohl in Goethe schon früh der Wunsch einer dichterischen
Laufbahn geweckt wird, geht er 1765 16-jährig, in das europaweit
wegen seiner ruhmreichen Universität angesehene Leipzig um dort auf
Drängen seines Vaters Jura zu studieren. Im März 1770 nimmt er
sein Jurastudium in Straßburg wieder auf und beendet es mit dem Titel
“Licentiat der Rechte”, was einem heutigen Doktortitel
entspricht.
Bis 1773 sammelt Goethe bei kurzen
Aufenthalten in Frankfurt und Wetzlar praktische Erfahrungen als Jurist.
1773, wieder in Frankfurt seßhaft, beginnt er ernsthaft sich mit
seiner großen Leidenschaft, der Literatur, zu beschäftigen und
verfaßt erste bedeutende Werke, darunter auch die Urfassung des
“Faust”. Der “Faust” ist Goethes Lebenswerk, an dem er
durch die Jahrzehnte immer wieder arbeiten wird.
Im November 1775 wird er vom Herzog von
Sachsen – Weimar , Karl August, der größten Gefallen an dem 5
Jahre älteren Dichter gefunden hat, an dessen Hof nach Weimar eingeladen.
Diese kleine Residenzstadt sollte Goethe auf seinem fast lebenslangen Aufenthalt
mit unsterblichem Ruhm versehen. Gegen den Widerstand der Beamtenschaft wird er
1776 geheimer Legationsrat. 1779 steigt er zum Geheimrat auf, d.h.
er wird somit Mitglied in der Regierung. 1782 wird er zum
Präsidenten der Finanzkammer ernannt. Aufgrund seiner herausragenden Arbeit
wird er im gleichen Jahr vom Kaiser geadelt und darf sich von nun an Johann
Wolfgang von Goethe nennen. In den folgenden Jahren beschäftigt sich Goethe
nicht nur mit seinen dichterischen Werken, sondern auch mit anatomischen und
botanischen Studien. So entdeckt er 1784 den Zwischenkieferknochen, was
ihm jedoch nicht die erwartete Anerkennung einbringt.
Seines Regierungspostens wird er jedoch bald
überdrüssig, und auch die zahlreich geknüpften Weimarer
Freundschaften erfüllen ihn nicht dauerhaft. Denn Goethe wußte immer,
daß nur stetiges Fortschreiten alle seine Kräfte zur Entfaltung
bringen konnte. Deswegen löst er sich aus den ihn beglückenden
Bindungen immer wieder, obwohl er damit von den Verlassenen
naturgemäß nicht verstanden wird. Besonders deutlich ist dieses
gewaltsame Sich-Befreien, als er 1786, 37-jährig, dem Weimarer
Freundeskreis entflieht und nach Italien reist . Da er inzwischen schon durch
zahlreiche dichterische und naturwissenschaftliche Werke einen gewissen
Bekanntheitsgrad erreicht hat, lebt er dort unter dem Pseudonym des Malers
“Jean-Phillipe Mûller”.
1788 kehrt Goethe als Künstler im
umfassenden Sinne nach Weimar zurück. Als Autor beginnt er nach
längerer Pause wieder vor dem Publikum zu erscheinen, das ihn schon fast
aufgegeben hat, wobei seine früheren Arbeiten nie in Vergessenheit geraten
sind. Noch im gleichen Jahr verliebt er sich in Christiane Vulpius, welche ihm
1789 seinen Sohn August gebärt. Dieser wird der einzige
überlebende von vier weiteren Kindern des Paares sein. 1791
übernimmt Goethe die Leitung des Hoftheaters in Weimar und verhilft
dieser Bühne zu Weltruhm.
Dem ebenfalls in Weimar lebenden , 20 Jahre
jüngeren Friedrich Schiller, den zweiten großen Dichter seiner Zeit,
bringt Goethe zunächst keinerlei Sympathie entgegen, da beider
gegensätzliche Lebensführungen unvereinbar scheinen. Erst 1794
entwickelt sich eine tiefer gehende Freundschaft zwischen dem Lyriker Goethe und
dem Dramatiker Schiller. Im Jahre 1805 erkrankt Goethe an einer schweren
Nierenkrankheit. Im gleichen Jahr stirbt Friedrich nach langem Lungenleiden
frühzeitig. Im darauffolgenden Jahr heiratet Goethe seine langjährige
Lebensgefährtin Christian Vulpius und beendet 1807 sein Werk
“Faust I”. Im Jahre 1810 erweitert er seine Theorie der
Farbenlehre. 1816 stirbst seine Frau und ein Jahr später gibt er die
Leitung des Hoftheaters auf. 1823 leidet Goethe unter einer schweren
Erkrankung . Nach seiner Genesung empfängt er im Juni zum ersten Mal seinen
Brieffreund Johann Peter Eckermann aus Winsen an der Luhe. Dieser bleibt fortan
in Weimar und wird zu Goethes Privatsekretär und engstem Vertrauten . Auf
Veranlassung Goethes wird er 1825 von der Universität Jena zum
Doktor ernannt. Im gleichen Jahr nimmt Goethe die Arbeit an seinem Werk Faust II
wieder auf, welches er 1831, ein Jahr nach dem Tod seines einzigen Sohnes
August, beendet. Am 22.März 1832 stirbt Goethe an den Folgen einer
schweren Erkältung 82-jährig.
Am 26. März wird er in der
Fürstengruft Weimars neben Friedrich Schiller beigesetzt.
Goethe wird auch heute noch zusammen mit
Schiller als der bedeutendste Dichter Deutschlands verehrt !
Seine bedeutendsten Werke :
- Annette
( 1767 )
Liederbuch ,
in dem sich seine gescheiterte Liebe zu Käthchen Schönkopf
widerspiegelt
- Die Urfassung
des Faust ( 1773 )
Der “Faust” ist Goethes Lebenswerk, an dem er durch die Jahrzehnte
immer wieder arbeiten wird. Die Faustsage stammt aus dem Mittelalter. Sie
berichtet von einem Mann, der seine Seele dem Teufel verschrieb, um dadurch zu
außergewöhnlichen Genüssen und Kenntnissen zu gelangen. Er war
Alchimist, konnte Tote erwecken und weissagen. Goethe erhielt die Anregung zu
seiner Dichtung durch das spätmittelalterliche Volksbuch von Doktor Faust
und durch das Puppenspiel, das durch englische Komödianten nach Deutschland
gekommen war. Durch Goethe entstand im Faust das Bild des rastlos nach Wahrheit
und Glück suchen Menschen, der durch alle Höhen und Tiefen des Lebens
endlich zu Gott gelangt.
- Götz von
Berlichingen ( 1773 )
- Das Drama
“Clavigo” (1774)
- Das Drama
“Stella” (1776)
- An den
Mond
- Die Schauspiele
“Iphigenie” und “Tasso”
- Der Bildungsroman
“Wilhelm Meisters Lehrjahre”
- Egmont
- Die
wissenschaftlichen Bücher :
- Metamorphose der Pflanzen
(1790)
- Farbenlehre (1790)
- Werke in
Zusammenarbeit mit Schiller
- Die “Horen”
(1796)
- Die “Xenien”
(1796)
- Große
Balladen wie :
- Der Zauberlehrling
- Der Taucher
- Die Kraniche des
Ibykus
- Faust I
(1806)
- Seine
Autobiographie “Dichtung und Wahrheit”
(1811-1814)
- Zur Morphologie
(1820)
- Faust II (1831)
- “Vollständige
Ausgabe letzter Hand”
(1831)
Sein letztes Werk :
Ein 40-bändiges Lexikon.
Quellen :
- Goethe, Das
Schönste aus seinem Werk
- Weg und
Werk
- Johann Wolfgang
von Goethe von Alexander Nolte
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