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Zweig, Stefan: Angst (Fritz Wagners Vergeltungsakt
Hausaufgabe im Fach
Deutsch
Klasse 11a
Bearbeitungszeit: 30. März 2000
bis 13. April 2000
Thema: Fritz Wagners Vergeltungsaktion
– Motive für sein Handeln und Bewertung seiner Vorgehensweise in
Stefan Zweigs Novelle „Angst“
Literarische Erörterung
Christoph Hansch
Thema: Fritz Wagners Vergeltungsaktion
– Motive für sein Handeln und Bewertung seiner Vorgehensweise in
Stefan Zweigs Novelle „Angst“
Literarische Erörterung
Gliederung
A) Stefan Zweigs Biographie im Zusammenhang mit seiner Novelle
„Angst“
B) Fritz Wagners Vergeltungsaktion
- Motive für sein Handeln
- Verlassen des Geliebten
- Wegen der Kinder
- Zurückrufen zu normal bürgerlichem
Verhalten
- Seine ungewöhnliche Reaktion
- Chance für sie es selbst zu gestehen
- Unfähigkeit Fritz Wagners mit seiner Frau über ihre
außereheliche Affäre zu reden
- Aufgrund seiner Leidenschaft zur Psychologie
- Als Rache
- Beschreibung und Bewertung seiner Vorgehensweise
- Engagieren der Schauspielerin
- Erhöhung der geforderten Summe
- Immer riskanter werdende Orte der Erpressung
- Erzwingen des Geständnisses
- Improvisierte Gerichtsverhandlung mit der Tochter
- Anstiftung zu einer Straftat
- Verursachen des Selbstmordversuchs seiner Frau
- Eingestehen, dass er Fehler gemacht
hat
- Zukunft der
Beziehung
Hausaufgabe im
Fach Deutsch
Klasse 11a
Bearbeitungszeit: 30. März 2000 bis
13. April 2000
Thema: Fritz Wagners Vergeltungsaktion
– Motive für sein Handeln und Bewertung seiner Vorgehensweise in
Stefan Zweigs Novelle „Angst“
Literarische Erörterung
Stefan Zweigs Novelle Angst handelt von einer Frau, die
ihren Mann mit einem jungen Künstler betrügt. Da er durch Zufall davon
erfährt, engagiert er eine Schauspielerin, die seine Frau erpressen soll.
Ihr Mann versucht während dessen des Öfteren ihr ein Geständnis
zu entlocken. Die „Erpresserin“ stellt zunehmend hohe Forderungen,
welche nach kurzer Zeit ihre finanziellen Mittel übersteigen. Als sie den
psychischen Druck der Erpressung und des Schweigens nicht mehr aushält und
sie keine Chance mehr zu haben glaubt, ihre Liebschaft vor ihrem Mann
geheimzuhalten, sieht sie ihre Ehe zerbrechen und als einzig möglichen
Ausweg den Selbstmord. In einer Apotheke will sie sich schließlich ein
Medikament kaufen, welches in einer zu hohen Dosis tödlich ist. Ihr Mann,
der ihr den ganzen Tag gefolgt ist, nimmt ihr dann das Gift weg und klärt
sie über die Vorgänge auf.
Stefan Zweig beging selbst Anfang des Jahres 1942
Selbstmord. Dies zeigt, dass für ihn der Selbstmord als letzter Ausweg
durchaus möglich ist. Richard Friedenthal schreibt, dass Zweigs „tief
eindringender psychologischer Spürsinn“ mit daher komme, dass der
„damals noch unbekannte Sigmund Freud“ ein „väterliche[r]
Freund und Lehrer“ Zweigs war (S.61). Diesen psychologischen Spürsinn
beweist er auch in seiner Novelle „Angst“. Deshalb ist es sicherlich
interessant, sich mit der Vergeltungsaktion Fritz Wagners etwas näher zu
beschäftigen.
Zuerst einmal will er sicherlich mit seiner
Vergeltungsaktion seine Frau dazu bewegen, dass sie sich von ihrem Geliebten
trennt. Er sagt dies gegen Ende der Novelle: „ ... nur daß du von
ihm weggehst ... für immer ... und zurück zu uns“ (S.56). An
dieser Stelle versucht er sein Handeln vor sich selbst zu rechtfertigen. Er
redet zwar seine Frau an, diese kann ihm aber nicht zuhören, da sie nahe
der Ohnmacht ist. Belegt wird dies durch folgenden Ausschnitt des Buches.
„Sie hörte dumpf aus unendlicher Ferne Worte, die nah klangen, und
verstand sie doch nicht.“ (S.56). Er macht sich hier also Vorwürfe
bezüglich seines Verhaltens. Des Weiteren gibt er als Grund die Kinder an.
„ ... nur wegen der Kinder, weißt du, wegen der Kinder mußte
ich dich doch zwingen ... “ (S.56). Er will, dass die Kinder Mutter und
Vater haben und nicht als Scheidungskinder aufwachsen, da diese häufig sehr
darunter zu leiden haben. Außerdem sollen ihre Eltern ihnen ein Vorbild
sein. Deshalb will er sie auch dazu bringen sich wieder den gesellschaftlichen
Normen entsprechend zu verhalten. „ ... nur rufen wollte ich dich ...
zurückrufen zu deiner Pflicht“ (S.56). Ein weiterer Grund dafür,
dass er will, dass sie sich wieder nach den bürgerlichen Tugenden
verhält ist, dass er Angst um sein Ansehen hat. Er, als Anwalt hat doch
eine etwas höhere Stellung in der Gesellschaft und wenn seine Frau ihn
betrügt wäre dies schädlich für sein Ansehen. Im Text
heißt es, dass er „eine[r] der bekanntesten Verteidiger der
Residenz“ (S.9) ist. Hiermit ist allerdings noch nicht begründet,
wieso er zu einer so ungewöhnlichen Maßnahme greift, um seine Frau
von ihrem Liebhaber zu trennen. Diese inszeniert er um ihr die Möglichkeit
zu geben, es selbst zu gestehen. Dies bringt er auch selbst zum Ausdruck mit den
Worten: „ich habe dir doch immer gezeigt, daß ich bereit bin ...
daß ich nichts will als verzeihen, aber du hast mich nicht verstanden
[...]“ (S.56). Er will ihr diese Chance geben, da er der Ansicht ist, dass
es für sie später leichter ist, wenn sie das Gefühl hat, dass sie
es ihm selbst gestanden hat.
Aber dennoch muss man auch betrachten, dass ein Anlass
für diese Handlung auch seine anscheinende Unfähigkeit mit ihr
darüber zu reden ist. „ ... ich hatte doch keine andere Wahl, als ich
es durch Zufall erfuhr ... ich konnte es dir selbst doch nicht sagen ... ich
dachte ... dachte immer, du würdest kommen ... darum habe ich sie gesandt,
diese arme Person, daß sie dich treiben sollte ... “ (S.56). Dieses
Problem ergibt sich wahrscheinlich daraus, dass sich beide trotz
achtjähriger Ehe nicht kennen. „[...] aber jetzt erst, da sie sich
nach seinem möglichen Verhalten fragte, wurde ihr klar, wie fremd und
unbekannt er ihr geblieben war.“ (S.18). Des Weiteren erfolgte die Heirat
„auf die Anregung ihrer Eltern hin“ (S.18), was für die
damalige Zeit durchaus noch üblich war, „aber ohne Widerstand“
(S.18). Eine Sympathie war zwar vorhanden, jedoch ist die Bindung nicht so
intensiv, wie sie vielleicht wäre, wenn sie sich erst selbst richtig
kennengelernt, verliebt und schließlich dann erst geheiratet und eine
Familie gegründet hätten. Außerdem war man damals, selbst in
einer Beziehung, auch etwas prüder und weniger offen als heute. Dies ist
auch mit ein Grund, wieso er nicht direkt mit ihr darüber spricht.
Darüber hinaus hat er eine „psychologische Leidenschaft“, die
„ihn weit über das Maß der juridischen Ansprüche an seinen
Beruf “ fesselt (S.29). Jene Leidenschaft ist es auch, die ihn dazu
bringt vorzugehen wie ein Richter. Höchst wahrscheinlich sind es aber
Rachegedanken, die bei der Entstehung des Plans die entscheidende Rolle gespielt
haben. „[S]o weit wollte [er sie] nicht treiben“, aber treiben
generell will er sie folglich schon.
Nun möchte ich mich zwar eher mit Fritz Wagners
Vorgehensweise beschäftigen, werde aber den Zusammenhang mit seinen Motiven
nicht vergessen. Hier ist zu erwähnen, dass er eine Schauspielerin
engagiert hat. Dadurch, dass er eine ungepflegt scheinende, -
„schlechte[r] Atem“ (S.6) - „die Person propfte ihren massigen
Körper breit in die Tür“ (S.4) - dicke Frau sich als Freundin,
beziehungsweise Geliebte des Geliebten seiner Frau ausgeben lässt, sinkt
der Wert des anderen Mannes für sie deutlich. Folgender Textabschnitt aus
dem Inhalt ihres Briefes an den Geliebten zeigt die Auswirkung des optischen
Erscheinens der Erpresserin: „Ihr Stolz war gereizt durch jene peinliche
Entdeckung, in der Gunst ihres Liebhabers eine so niedere und unwürdige
Vorgängerin abgelöst zu haben“ (S.9). Diese Reaktion war von ihm
sicher nicht unbeabsichtigt und dies zeigt, dass er sehr planmäßig
vorgeht. Er hätte auch eine schönere Frau wählen können,
diese hätte aber nicht den selben Effekt erzielt. Außerdem kann man
daran, dass er diese Scheinerpressung – mit Hilfe der Schauspielerin
– vornimmt, sehen, dass er sich nicht zutraut mit seiner Frau über
das Problem zu sprechen. Er ist auch gut über die finanziellen
Verhältnisse seiner Frau informiert, da er ja derjenige von beiden ist, der
Geld verdient. Anders als heutzutage gingen früher eigentlich nur die
Männer arbeiten und die Frauen blieben zu Hause. Deswegen kann er auch gut
die Forderungen so in die Höhe treiben, bis sie nicht mehr über
ausreichend Liquidität verfügt. Am Anfang verlangt sie keine konkrete
Summe, sondern überlässt ihr, wieviel sie hergibt. „Irene gab
sich einen Ruck und griff, einer vagen Eingebung gehorchend, in ihr Portemonnaie
und faßte, was ihr gerade an Banknoten in die Hand kam.“ (S.5). Beim
zweiten Treffen jedoch ist die Erpresserin nicht mehr so bescheiden.
„[Sie] riß ihre Silbertasche auf und holte alles Geld heraus, das
ihr in die Finger kam. Aber diesmal sank die freche Hand, sobald sie das Geld
spürte, nicht wie damals demütig in sich zusammen, sondern blieb starr
in der Luft schweben und offen wie eine Kralle. «Geben S´ mir doch
auch die Silbertasche, damit ich das Geld nicht verlier!»“ (S.16).
Beim dritten Mal lautet die Forderung: „«Bitte, geben Sie dem
Überbringer dieses sofort hundert Kronen.»“ (S.28). In der
nächste Anweisung waren dann „zweihundert Kronen gefordert, [...]
Entsetzlich war diese jähe Steigerung der Erpressung, der sie sich auch
materiell nicht gewachsen fühlte, denn obzwar aus vermögender Familie,
war sie doch nicht in der Lage, sich unauffällig größere Summen
zu beschaffen.“ (S.33-34). Hier wird das Vorhaben und der Erfolg des
Ehemanns deutlich, sie zum Gestehen zu bringen, indem er sie zwingt sich ihm
anzuvertrauen. Das letzte Mal fordert die Erpresserin: „[...] daß
Sie mir da halt aushelfen mit – na, mit halt vierhundert Kronen. [...]
«Aber ich habe sie nicht!» [...] «Dann suchen Sie sich´s zu
verschaffen...» [...] «Na ... zum Beispiel der Ring da
[...]»“ (S.43) Es ist natürlich klar, dass die Schauspielerin
die Höhe des Geldbetrags nicht selbst bestimmt und auch, dass die Idee mit
dem Ring auf keinen Fall von ihr ist. Die Schauspielerin hat sicherlich nicht
seine Erlaubnis eigenständig zu handeln, sondern muss das tun, wozu er sie
anweist. Nicht nur die Summe steigert sich mit zunehmendem Verlauf der Handlung,
sondern auch die Orte werden immer riskanter. So erfolgt die erste Erpressung im
Treppenhaus oder Haustor ihres Geliebten. Dies ist noch ein relativ
ungefährlicher Ort, da er in einem anderen Teil der Stadt ist, keine
weitere Person anwesend und da sie verschleiert ist. Also ist es
unwahrscheinlich erkannt zu werden. Das zweiten Mal findet die Begegnung vor
ihrer Wohnung statt. Dieser Ort ist wesentlich gefährlicher als der erste,
da ihr Mann oder sonst ein Bekannter so sehr leicht etwas mitbekommen kann. Die
Art und Weise, wie sie beim dritten und vierten Mal vorgeht, ist höchst
riskant, da ihr Mann die Briefe vielleicht lesen will und bei einer Verneinung
ihrerseits dann mißtrauisch würde. Er könnte die Briefe sogar
abfangen. Der fünfte Erpressungsort ist schließlich der absolut
riskanteste Ort, nämlich das Haus von ihr und ihrem Mann. Herr Wagner
könnte ja von der Arbeit heimkommen. Dies passiert auch und damit hat die
Frau keine Chance mehr sich der Forderung der Schauspielerin zu widersetzen.
Dies war sicher so abgesprochen, da er damit der ganzen Erpressergeschichte ein
Ende setzen will. Sie hat ja keine Chance ihren Ring zurückzubekommen, weil
sich die Erpresserin nicht mehr meldet. Außerdem ist es auch kein Zufall,
dass der Mann zurückkommt, genau als es um denn Ring geht. Dieses exakte
Timing und die raffinierte Idee lassen wieder erkennen, wie gut Fritz sein
Handeln geplant hat.
Ein Punkt jedoch veranlasst Irene Wagner, ihm trotz seines
sehr deutlich gezeigten Willens ihr zu verzeihen (S.40 oben), nicht zu gestehen.
„Da traf sie sein Blick, in dem eine Gier war, nach dem Geständnis,
nach irgend etwas von ihrem Wesen, eine glühende Ungeduld“
(S.40).
Eine entscheidende Stelle ist die „kleine
improvisierte Gerichtsverhandlung“ (S.35): „Ihr Mann blickte zuerst
streng, solange das Kind bei der Lüge beharrte, zwang dann Wort für
Wort den Widerstand nieder, ohne je bei einer Weigerung in Zorn zu geraten. Dann
aber, als sich das Leugnen in eine dumpfe Verstocktheit löste, sprach er
ihr gütig zu, [...]“ (S.36). Hier sind zu deutliche Parallelen mit
ihrem eigenen Fall zu finden. Dies ist ein Grund, wieso sie dann
schließlich, wie bereits erwähnt, nicht gesteht. Seine Rolle als
Familienoberhaupt wird in dieser Passage auch deutlich, da er derjenige ist, der
über die Tochter, den Sohn und auch über seine Frau richtet. Er
hält sich für nahezu unfehlbar und dazu befähigt zu erkennen, was
Recht und was Unrecht ist. Die Ähnlichkeit hinsichtlich seiner Methode des
strengen Blickes drückt sich unter anderem in den Textpassagen „Da
stieß kalt und hart der verwundert starre Blick ihres Mannes in ihr
Herz“ (S.22) und „[...] gleichsam hypnotisiert von diesem
ernsten und verschleierten Blick“ (S.26) aus. Es handelt sich hier um den
Blick von Fritz auf Irene. Auch den Widerstand seiner Frau versucht er wie den
der Tochter mit jenem strengen Blick zu brechen. Er geht auch weiterhin
gleichermaßen vor: „Die drohende Strenge jener ersten
inquisitorischen Tage war bei ihm einer eigenen Art von Güte und
Besorgtheit gewichen, [...]“ (S.34). Somit wird ersichtlich, dass er
äußerst systematisch nach einem Schema vorgeht. Mit dem Engagieren
der Erpresserin stiftet er diese natürlich zu einer Straftat an. „Sie
hat sich ja ungern hergegeben, aber ich wollte es [...]“ (S.56) sagt er
über die Schauspielerin. Er muss sich auch bewusst sein, dass er eine
Straftat begeht, da er ja schließlich wie schon erwähnt sehr nach
Plan vorgeht und zudem noch „eine[r] der bekanntesten Verteidiger der
Residenz“ (S.9) ist und er also nicht behaupten kann, dass er sich in
solchen Fragen nicht auskennt. Daran ist zu erkennen, dass er sich mit der
Aktion auch wirklich an seiner Frau rächen will. Denn wenn er sie nur
zurückhaben will, könnte er sie auch ohne die Straftat dazu bringen
kann ihm zu gestehen. Weil er aber nach Vergeltung sucht, macht es ihm nicht
viel aus, beziehungsweise nimmt er es in Kauf, dass er gegen das Gesetz
verstößt.
Mit seinem gesamten Handeln sorgt er letztendlich
dafür, dass seine Frau so verstört und verzweifelt ist, dass sie sich
selbst sogar das Leben nehmen will. Dies kann er nur noch im letzten Augenblick
verhindern. Er hat mit der Erpressung seiner Frau eine zusätzliche,
große psychische Bürde auferlegt. Man kann aber nicht sagen, er wisse
nicht, dass sie dies so belastet, da er ihr zum Teil verstörtes Verhalten
zu Hause sieht und des Weiteren ohne Zweifel auch von der Erpresserin
Informationen über ihren verwirrten und verängstigten Zustand bekommt.
Er sagt auch selbst: „[J]eden Schritt habe ich dich beobachtet“
(S.56). Im Widerspruch dazu steht aber seine Aussage: „so weit wollte ich
dich nicht treiben“. Denn, für einen an der Psychologie
interessierten Mann, der über jeden ihrer Schritte im Bilde ist, ist es
nicht möglich, dass er ihre Situation so unterschätzt. Am Schluss erst
gesteht er ihr, dass er für die Erpressung verantwortlich ist und gibt zu,
dass seine Vorgehensweise nicht richtig war. Gleichzeitig sucht er die Schuld am
Misslingen seiner Aktion aber bei ihr, indem er ihr vorwirft: „ich habe
dir doch immer gezeigt, daß ich bereit bin ... daß ich nichts will
als verzeihen, aber du hast mich nicht verstanden“ (S.56). Dieses
Verhalten ist einerseits verständlich, da er ja von ihr betrogen wurde,
andererseits ist es aber etwas narzißtisch. Zusammenfassend kann man
sagen, dass diese Vergeltungsaktion sicher auch als Vergeltung oder Rache
gedacht war, denn ansonsten hätte er sie nicht so leiden lassen
müssen.
Obwohl der Schluss optimistisch wirkt, ist es nicht sicher,
dass sich dieser Optimismus fortsetzt, nach all dem, was vorgefallen ist. Die
Frage ist hier, ob er ihr nach ihrem Ehebruch wirklich nachsehen kann und ob sie
ihm seine beinahe unmenschliche Vergeltungsaktion verzeihen kann. Der Text
lässt dies ziemlich offen, jedoch merkt man, dass ein Schatten über
ihrer Beziehung bleiben wird.
„Innen tat noch leise etwas weh [...] so wie Wunden
brennen, ehe sie für immer vernarben wollen.“ Doch wer weis,
vielleicht ist diese Krise auch ein Neuanfang für ihr
Zusammenleben.
Literaturverzeichnis:
- Zweig, Stefan: Angst, Stuttgart, 1999
- Friedenthal, Richard: Nachwort, In: Stefan Zweig Angst,
erschienen im Reclam Verlag, Stuttgart, 1999
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