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Leop, Donna: Vendetta
Zusammenfassung von „Vendetta“
Sophie Heitzeneder
Donna Leon.
Täter, Opfer, Tatwaffen, Tathergang, Indizien,
Beweise, Zeugen, Milieu, Kommissar, Mittäter,..:
Signora Regina Ceroni ist die Mörderin 3er
Männer. Bis zum Schluss vermutet selbst der Kommissar Brunetti
nicht, dass die attraktive Ein-
gewanderte die Morde hätte begehen können. Sie ist
immer sehr zuverlässig und hilfsbereit. Allerdings erscheint sie mir sehr
schwach, da sie es nicht für sich behalten konnte, ab dem zweiten Treffen
mit dem Kommissar, dass sie die Morde begangen hatte. Doch sonst finde ich sie
sehr selbstbewusst und höflich. Die blonde Schönheit, stammend aus
Bulgarien kam, von einem Italiener gelockt, indem er ihr ein besseres Leben
versprochen hatte, nach Italien. Dort muss sie wie viele andere Opfer ihre
Schulden abarbeiten, indem sie als Prostituierte arbeitet. Durch ihre
Sprachkenntnisse wird sie bald befördert zur Managerin des Eintreibens von
jungen, hübschen Mädchen für den Zuhälter Sindona.
Nach jahrelangem Sparen bekommt sie endlich die italienische
Staatsbürgerschaft und kann sich ein Reisebüro in Venedig kaufen, um
so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch arbeitet sie nebenbei für den
Anwalt Signor Trevisan, den Steuerberater Signor Favero und den
Geschäftsführer der Kanzlei Trevisan’s Signor Lotto. Sie
soll Pornovideos aus Jugoslawien bestellen und zusammen mit ihren 3
Auftraggebern nach Amerika verkaufen. Signora Ceroni konnte nicht
länger ertragen, wie die 3 Männer es genossen die Videos anzusehen,
in denen meist eine Frau von mehreren Männern vergewaltigt und
anschließend auf grausamste Weise ermordet wird. So beschließt sie
die Männer zu töten. Für die Ermordung benutzt sie bei dem Anwalt
Trevisan, sowie bei seinem Geschäftsführer Lotto eine Pistole,
die sie von einem Freund zu Verfügung gestellt bekam. Als Signor
Trevisan mit dem Zug von Padua nach Venedig fährt steigt sie unerkannt
in den Zug ein und erschießt ihn, als er alleine in seinem Abteil sitzt
und die Tageszeitung liest. Niemand hört den Schuss, da der Zug um diese
Tageszeit so gut wie leer ist und er im letzten Waggon sitzt. Signor
Trevisan war ein sehr liebevoller Vater und Ehemann, sowie ein sehr
angesehener Anwalt in Venedig. Allerdings wusste er nichts von dem
Verhältnis zwischen seiner Frau und seinem Teilhaber der Kanzlei, Signor
Martucci. Signor Lotto erschießt sie, als sie mit ihm eine
Autofahrt auf dem Festland unternimmt. Als er ihr gerade die Vermutung
anvertraut, dass seine Schwester, die sogleich die Frau Trevisan’s
ist Signor Trevisan umgebracht zu haben, zieht sie die Pistole,
während sie ihn tröstet und ihm versichert, dass seine Schwester ihren
Gatten nicht getötet hatte.... . Er war ein sehr zuverlässiger Mann
und kümmerte sich immer sehr sorgfältig um die Geschäfte und
ließ sich nie
irritieren. Sie lässt die Pistole aber nicht
verschwinden und versteckt sie
in ihrer Wohnung. Signor Favero schüttet sie
bei einem Geschäftsessen, ebenfalls am Festland, Schlafmittel in den
süßen Wein als er auf der Toilette war. Als er Signora Ceroni
am Bahnhof bringen möchte, schläft er an einer roten Ampel ein. Seine
Beifahrerin fährt ihn nach Hause und schließt ihn in seiner Garage
ein, während sie den Motor laufen lässt. Jeder vermutete, dass er
Selbstmord begonnen hatte, da er einige Problem mit seiner Familie hatte.
Doch (leider) beginnt Signora Ceroni nach der
Auflösung des Falles Selbstmord. Indizien kommen dem Kommissar Guido
Brunetti nur in Form einiger Telefonatslisten zu gute, als er den Fall
lösen will. Alles was er sonst noch in der Hand hat, ist ein Kellner, der
Signora Ceroni und Signor Favero bei einem Essen beobachtet
hatte, allerdings nichts vom Schlafmittel gesehen hatte.
Commissario Guido Brunetti selbst, ist ein
liebenswerter Polizist, der in einer der schönsten Städte Italiens
lebt, in Venedig. Ein Mann, der in glücklicher Ehe lebt, gerne ißt
und guten Wein schätzt und sich gelegentlich über seine heranwachsende
Tochter Chiara ärgert.
Doch er behält selbst in den schwierigsten Situationen
seinen Anstand, gepaart mit einem Sinn für Humor und Menschlichkeit.
Brunetti wird anfangs versehentlich auf eine andere
Fährte gelockt, da er vermutet, dass die Witwe Trevisan, sowie ihr
Liebhaber Signor Martucci, Teilhaber und Anwalt Trevisan’s
Kanzlei, Signor Trevisan und Signor Lotto getötet zu
haben, da er das Motiv sie zu töten um alleine die Kanzlei zu besitzen,
für sehr glaubhaft hält. Noch dazu wären die beiden endlich
ungestört. Doch durch den Tod von Favero und der Zusammenarbeit mit
einem Polizisten in Padua kam diese Vermutung ins Schwanken und so konnten sie
die restlichen Probleme lösen.
Autor:
Die Autorin dieses Kriminalromans ist Donna Leon, geboren
1942 in New Jersey. Heute lebt sie in Venedig. Alle ihre bisherigen Bücher
waren Kriminalromane. „Vendetta“ ist der vierte von fünf, bis
heute erschienenen, Kriminalromanen, in der immer Brunetti den Kommissar
spielt.
Ihr erstes Buch „Venezianisches Finale“, ein
raffinierter Opernkrimi, wurde mit dem renommierten japanischen Suntory-Preis
ausgezeichnet.
Heute ist sie wahrscheinlich eine der beliebtesten
Kriminalroman-schreiberinnen. Ihre ausgezeichneten Kenntnisse von Venedig baut
sie fantastisch in ihren Romanen rund um die schöne Stadt ein. Schnell wird
das Gefühl vermittelt, selbst in Italien zu sein.
Mehr oder weniger ist dieses Buch schon ein
traditioneller Kriminalroman. Es gibt Morde, falsche Spuren, einen
Kommissar, doch gibt es keine Mittäter. Allerdings ist alles sehr
verstrickt und kompliziert.
Vermutungen und Verdächte werden aufgestellt und wieder
verändert oder erweisen sich als falsch. Die Aufmerksamkeit muss beim
Lesen
wahrlich die ganze Zeit behalten werden, denn sonst bricht
der ganze Zusammenhang auseinander. Am Schluss wird allerdings klar, dass
eigentlich nur ein kleiner Fisch aus einem großen Netz gefangen worden
ist, denn Signora Ceroni wird zwar gestellt, doch die ganzen „Big
Bosse“ wurden nicht erwischt.... . Dieser Roman ist schon sehr
anspruchsvoll. Für mich persönlich, ehrlich gesagt, keine
Bettlektüre.
Auffällige Merkmale,
Spannungsaufbau:
Auffällig ist die genaue geographische Beobachtung und
Beschreibung der Autorin. Der Kommissar bleibt immer ruhig und ist nicht, wie in
anderen Büchern, der kühne Polizist über den man nichts
persönliches erfährt. Spannung wird nicht durch aufregende
Verfolgungsjagden geschildert, sondern durch abrupten Szenenwechsel,
während eines interessanten Gesprächs, bzw. strebt eine Szene dem
Höhepunkt zu.
Kürzestinhaltsangabe:
Signora Ceroni lebt in Venedig, nachdem sie von
Bulgarien dorthin verschleppt wurde, um als Prostituierte zu arbeiten.
Später wird sie selbst verwickelt in das Eintreiben von jungen
Mädchen, die, wie sie selbst in dieser Branche tätig sein sollten.
Unter anderem arbeitet sie später für drei Männer, sie soll
für sie, durch ihre Sprachkenntnisse, Pornovideos aus Jugoslawien bestellen
und weiter verkaufen. Dieses perverse Geschäft der Männer und deren
Aufträge Mädchen zu töten hält sie nicht länger aus und
tötet daher alle drei.
Dieser anspruchsvolle Roman wird von dem liebenswerten
Kommissar Brunetti mit viel Witz und Charme aufgeklärt und
gelöst.
Persönliche Beurteilung:
Meiner Meinung nach ist dieses Buch sehr lebhaft und
realistisch aufgebaut, da das Flair Italiens deutlich spürbar wird und es
keine kitschigen Verfolgungsjagden wie im Film gibt. Durch den liebenswerten
Kommissar bekommt das ganze Buch einen herzigen „Touch“ und wird so
zum Leseerlebnis. Teilweise gehen mir aber doch einige Spannungselemente ab.
Zitat:
Brunetti: „Hast Du sie gut gekannt?“ ,
„Nein, nein“, antwortete Chiara. Zu seinem Erstaunen
behauptete sie nicht, ihre beste Freundin zu sein und somit Anspruch auf alles
zu haben, was er wusste. „Sie hat immer mit der Pedrocci
zusammengesteckt, weißt Du , die so viele Katzen zu Hause hatte. Die roch,
darum wollte niemand mit ihr befreundet sein. Außer
Francesca.“ „Hatte F. noch andere Freundinnen?“
mischte sich Paola (Mutter) sich ein, die nun auch neugierig geworden war
und sich willig an dem Versuch ihres Mannes beteiligte, dem Kind Informationen
zu entlocken.
Ich habe diese Familienszene ausgewählt, weil sie das
gewöhnlich Leben der Brunetti’s darstellt. Der Kommissar zieht
sowohl seine Frau, als auch seine Tochter in all seine Fälle mit hinein, um
sie auszufragen, bzw., um sie herumspionieren zu lassen. Außerdem lernt
man so den Charakter der kleinen Italienerin kennen.
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