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| Eichendorff, Joseph v.s: Das Schloß Dürande (Inter
Eichendorff, Joseph v.s: Das Schloß Dürande (Inter
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Interpretation der Gedichte in
Joseph von Eichendorffs
“Das Schloß Dürande”
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11.10.1999
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Die Gedichte in Joseph von Eichendorffs “Das Schloß
Dürande” von 1837 sind gleichmäßig in der Novelle
verteilt, und treten besonders dann auf, wenn die Charaktere ihre starken
Emotionen zum Ausdruck bringen sollen. Hierbei geht Eichendorff besonders
auf die Natur ein. Es werden meistens Gefühle mit Naturereignissen zum
Ausdruck gebracht. So zum Beispiel im zweite Gedicht (Seite 55/56) “Gute
Nacht mein Vater und Mutter”. Ihre Sehnsucht nach ihrer Familie beschreibt
mit dem Sonnenuntergang im tiefen Meer. Auch die Nonnen preisen in dem dritten
Gedicht (Seite 63/65) “ Es ist nun der Herbst gekommen” die Natur,
womit eine sehr deutliche Lebensfreude der Nonnen zum Ausdruck kommen soll. Das
letzte Gedicht wird von Renald vorgetragen, der über seine verschollene
Schwester trauert.
In den meisten Gedichten finden wir einen Kreuzreim vor, Ausnahmen sind
hier das erste Gedicht (Seite 52) “Ein Gems auf dem Stein” mit einem
umarmenden Reim und das zweite Gedicht (Seite 55/56) “Gute Nacht mein
Vater und Mutter”, bei dem wir eine Reimform von aabcb vorfinden. Dieses
Gedicht ist von der Form ein völlig aus der Reihe tanzendes Gedicht, das es
aus fünf Versen und nur einer Strophe besteht. Die anderen Gedichte
bestehen aber aus jeweils vierversigen Strophen.
Ein Gems auf dem Stein (S. 52):
Gabriele:
- bringt zum Ausdruck, daß Sie auch
unabhängig von Ihrem Bruder Leben kann
- betont Ihre Selbständigkeit, in dem sie
behauptet, ihr Bruder sei nicht halb so geschickt wie sie
- vergleicht sich mit dem Gems auf dem Stein, und dem
Vogel im Flug, die so schnell sind, daß sie kein Jäger einholen kann,
nicht einmal Renald
Gut Nacht mein Vater und Mutter (S. 55/56):
Gabriele:
- nimmt mit diesem Gedicht Abschied von ihren Eltern und
von ihrem Bruder
- die Sonne symbolisiert ihr bisheriges Leben, von dem
sie zwangsläufig Abschied nehmen muß; mit dem Untergang der Sonne,
vergeht ihr Leben, und versinkt im tiefen Meer, was ihre Zukunft
darstellt
Es ist nun der Herbst gekommen (S. 63/65):
Die Nonnen:
- Das Kloster ist eine heile Welt (Schutzraum)
- Die Nonnen sehen die Eigenschaften des Herbstes als
positiv an. Der Herbst ist Erntezeit und steht für die
Fruchtbarkeit
- die Frau ist der Herbst.
- sagt den Blumen, sie sollen schlafen
- die goldenen Fäden sind Spinnenweben, die im
Sonnenschein golden leuchten.
- Die Vögel ziehen in den Süden nach Libanon
(dort gibt es Zedern), wo die Gruft des Benedeiten (Jesus) ist.
- Natur “pilgert” in das heilige
Land
allgemein: Ist eine Lobeshymne an den Herbst/ an Gott.
Eichendorff will ausdrücken: alle Menschen, die Revolutionäres
Gedankengut haben, sollen sich an der Natur und an der Religion ein Beispiel
nehmen.
Am Himmelsgrund schießen (S. 71/72):
Gabriele:
- Der Wind = Ihr Geliebter
- die Zither = Gabrieles Gefühle / Ihr Herz
- sie ist auf dem Hof ihres Geliebten anwesend, wird
aber nicht von ihm beachtet, weil er nicht weiß, daß sie
überhaupt da ist
- ihr Geliebter ist wie der Wind an ihr
“vorbeigerauscht” und hat sie nicht beachtet. Ihr Herz gibt dabei
einen fröhlichen Schall von sich [als hätte der Geliebte (der Wind)
eine Saite der Zither (ihre Gefühle) angeschlagen oder leicht berührt,
so daß aber ein Ton hörbar ist]
- das Gedicht ist fröhlich, denn sie findet die
Sterne lustig
- sehnt sich nach ihrem Geliebten
- Der Himmelsgrund steht für die Unerreichbarkeit
ihres Geliebten. “am Himmelsgrund schießen” = Sternenschnuppen
(bei denen man sich was wünschen darf)
- vergleicht ihr Herz mit einer Zither, welche
unbeachtet an einer Tür hängt, so wie sie und ihre Gefühle nicht
beachtet werden
Eine Parallele zu dem Tag, an dem der junge
Dürande (“Ihr Liebster”) während der Jagd zum Kloster
kommt. An diesem Tag ist er ebenfalls wie der Wind schnell verschwunden (S.
64).
Wär’s dunkel, ich läg im Walde (S. 81):
Gabriele als Gärtnerbursch:
- Gabriele hat keine Angst im Wald oder im Dunkeln =
Betonung ihrer Eigenständigekeit und Furchtlosigkeit vor dem Unbekannten /
Ungewissen.
- der Sternenmantel ist ihre Bettdecke = Ihr Schutz,
fühlt sich geborgen
- die Bäche sprechen / sie lauscht den Baumwipfeln
und den Nachtigallen während andere Schlafen = Ihre Gedanken schlafen auch
nicht
Meine Schwester, die spielt an der Linde (S. 91):
Renald:
- Erinnerung an die Kindheit
- postives Verhältnis zu seiner Kindheit und zu
seiner Schwester
- hatte ihren Spaß früher in der Natur und
Einsamkeit
- an der gleichen Linde
- selbst im Traum ist sie noch unschuldig
- eine Wende tritt in der 3. Strophe ein: sie zeigt,
daß das Verhältnis zw. Renald und seiner Schwester zerstört ist.
Renald ist enttäuscht von ihr.
- die Linde verkörpert die Veränderung
- die 4.+5. Strophe zeigt die negative Gegenwart; 1.+2.
positive Vergangenheit; 3. ist die Wende, wo sich alles ändert!
- Sonne untergegangen =>Unheil droht
- Mond ebenfalls verschwunden: Welt total zerstört,
Endzeitstimmung; Weltuntergang
- Auch das Land ist total verdunkelt
- Gute Nacht=>Abschied
- Renald ist ein Sünder, da er sich den
Revolutionären angeschlossen hat.
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