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Kafka, Franz (1883-1924)
Franz Kafka
Biographie:
3.Juli 1883 Geburt in Prag
- Deutsches Staatsgymnasium => Abitur
- Studium an der Prager Universität
- Ferien bei Onkel (dem Landarzt)
Im Oktober lernt er Max Brod
kennen, der
später seinen Nachlaß verwaltet
- Promotion zum Doktor der Rechte
- Arbeiter-Unfall-Versicherungsgesellschaft
- Reise mit Max Brod nach Oberitalien
Begegnung mit
jüdischer Schauspieltruppe Jitzach Löwys
- Erste Begegnung mit Felice Bauer
sein erstes Buch
“Betrachtung” erscheint
1914 1.Juni Verlobung mit Felice Bauer
1.Juli Entlobung
erstes eigenes Zimmer
- Reise mit Felice Bauer nach Marienbad
Erscheinen von
“Das Urteil”
- 2.Verlobung mit Felice Bauer
Ausbruch der
Lungentuberkulose
Lösung der Verlobung
1919 Verlobung mit Julie Wohryzek
“Brief an den Vater”
- Auflösen der Verlobung
- 1.Juli Pensionierung Kafkas
- Lebensgemeinschaft mit Dora Diamant
- Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
3.Juni
1924 Tod in einem Wiener Sanatorium
Beerdigung in Prag
Zentrale Probleme seines Lebens:
- Konfliktreiches Verhältnis zum Vater
- Beziehungsunfähigkeit bzw. Probleme mit Frauen
- Judentum
- Ohnmachtsgefühl gegenüber Institutionen wie Staat oder
Schule
- Angst sowohl im als auch am Leben zu versagen
Notizen:
Franz Kafka gilt als Sonderfall in der Literatur, weil Leben und Werk eng
miteinander verknüpft waren. Seine Anspannungen und Probleme schlugen sich
in seinen Werken nieder
Probleme: - Verhältnis zum Vater bzw. allgemein zum
Elternhaus
- Beziehungsunfähigkeit
- Ohnmachtsgefühl gegenüber Institutionen wie
Schule, Staat
- Judentum
- Angst im und am Leben zu versagen (“ungelebtes
Leben”)
Kafkas Eltern:
Mutter: Julie Löwy – stammt aus wohlhabender Familie, hat wenig
Zeit für Kafka (er hat eine
Amme)
Vater: Hermann Kafka – wirkt auf andere Leute (die z.B. zu Besuch
sind) normal, aber
wichtig ist seine Wirkung auf Kafka
aufgewachsen in Böhmen in bescheidenen Verhältnissen, trotzdem
für seine Verhältnisse überdurchschnittlich gebildet (hatte
Deutsch in der Schule)
mit 14 Jahren verdient er schon seinen eigenen Lebensunterhalt
Umzug nach Prag – Kennenlernen von Julie Löwy – mit ihrem
Geld: Eröffnung eines Galanterieladens
- beruflicher und sozialer
Erfolg
Lebensziel von Hermann Kafka: gesellschaftliche Anerkennung
(war zu dieser Zeit nur über die schmale deutsche Oberschicht, die 7% der
Prager Einwohner umfasste, möglich)
Hermann wollte Mitgefühl für seine Leiden
Kafka reagierte auf diese aufgezwungenen Schuldgefühle mit Abwehr,
aber auch mit Bewunderung, weil sein Vater in seinem Lebenskampf als Sieger
hervorging.
Hermann war tyrannisch und autoritär (Mutter als “liebende
Sklavin”)
normale Erziehung und Rollenverhalten für damalige Zeit
->Gehorsam Kafkas, nie Rebellion
- aufgezwungenes und verhaßtes Jurastudium
- vom Vater zu Mithilfe angewiesen (z.B. finanziell und Mithilfe bei Hermanns
Asbestfabrik)
- Einfluß auf seine Partnerinnen (Julie Wohryzek nicht
standesgemäß)
- Verunsicherung: Erziehung bei Kafkas im
Gegensatz zu der Erziehung bei Löwys, dazu sinnlose Regeln und
unpersönlicher Schulbetrieb, worauf Kafka ohnmächtige Angst und
Haß auf Institutionen entwickelte
Kafka schafft es nie eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln
(“ewiger Sohn” – zieht erst mit 31 Jahren zuhause
aus)
Minderwertigkeitskomplexe: seine Schwäche im Gegensatz zum
Vater
“Du [bist im Gegensatz zu mir] ein wirklicher Kafka an Stärke,
Gesundheit, Appetit, Stimmkraft,
Redebegabung, Selbstzufriedenheit, Weltüberlegenheit, Ausdauer,
Geistesgegenwart,
Menschenkenntnis, einer gewissen Großzügigkeit [...]”
(S.9, Brief an den Vater)
Ringen um Anerkennung des Vaters, der sein Leben (v.a. als Schriftsteller)
nicht gutgeheißen hat
Beziehungsunfähigkeit: wenige Freunde, Kafka gilt als
verschlossen
Frauen: 3 Mal verlobt, nie verheiratet
- Felice Bauer 1914 (Dauer: 1 Monat)
- Felice Bauer 1917 (Tbc-Ausbruch als “Warnsignal” die
Beziehung zu beenden)
- Julie Wohryzek 1919 (Eltern und Wohnungsnot als
Gründe)
Erst glücklich an seinem Lebensende mit Dora Diamant
Kafkas Einstellung zu Ehe:
Zwiespalt: - höchstes erstrebenswertes Gut
- Kafka ungeeignet zu einer engeren partnerschaftlichen
Beziehung
für ihn Leben = Schreiben bzw. Existenz als freier
Schriftsteller
Er schrieb nie, solange er verlobt war, nahm es erst nachher immer wieder
auf. Z.B. nach der ersten Verlobung “Der Process” und nach der
dritten “Brief an den Vater” (innerhalb von 3 Tagen fasst er 108
handschriftliche Seiten ab!)
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